Trotz Gehaltserhöhung nie Geld in der Tasche

Trotz Gehaltserhöhung nie Geld in der Tasche?

Du hast eine Gehaltserhöhung bekommen und vielleicht 150 Euro netto mehr im Monat? Sehr gut! Dann bleibt ja jetzt richtig viel Geld im Monat übrig. Das Leben wird besser und wenn es ganz toll läuft, kannst du auch noch was zur Seite packen. Oder etwa doch nicht? Hast du trotz Gehaltserhöhung nie Geld in der Tasche?

Das wohl größte Problem, das ich dabei sehe ist, dass mit steigendem Einkommen auch automatisch die Ansprüche wachsen. In den meisten Fällen passiert das wohl kaum absichtlich, noch will man sich böswillig an seinen Finanzen vergehen. Und doch passiert es häufig, dass man plötzlich mehr Markenprodukte kauft oder öfter ausgeht.

Hier kann ich direkt mit einem Schwung aus früheren Zeiten beginnen.
Meine Freundin und ich hatten damals (vor über zehn Jahren) eine kleine Mietwohnung im Speckgürtel von Hamburg.
Wir hatten nicht viel Geld. Ich hatte gerade ausgelernt und meine Freundin war noch voll dabei eine berufliche Zukunft für sich aufzubauen.
Da standen wir nun mit wenig Geld, aber irgendwie haben wir uns doch ganz gut durchgeschlagen. Wir sparten was das Zeug hielt. Abends gab es (öfter als mir lieb ist) Spiegelei mit Brot oder andere sehr günstige, wenn nicht billige, Mahlzeiten. Wer jetzt denkt, dass es dafür mittags ein richtiges Essen gab, irrt. Aber das ist ok. Unser Leben war alles in allem gut und wir leben noch. :)
Über die nächsten paar Jahre wurden die Finanzen stetig besser. Aufstieg im Job und Abschluss der Ausbildung meiner Freundin machten das Ganze um einiges einfacher.

Durch das nun zusätzlich zur Verfügung stehende Geld sind auch die Ansprüche gewachsen. Neben der, Gott sei Dank, besser werdenden Ernährung kamen plötzlich auch andere Dinge auf, die das Geld verschlangen. Wir lebten nie wirklich auf großem Fuß, aber eine Spielkonsole zu kaufen fiel uns leicht, genau wie ein schöner neuer Fernseher. Auch das Einladen von Freunden ins Café oder Restaurant waren irgendwann Standard. Und so lebten wir ein recht angenehmes Leben, aber es gab kaum Rücklagen. Ein schlechter Winter und viel heizen hätte vermutlich schon eine kleine finanzielle Krise ausgelöst.

Nicht alle dieser “Annehmlichkeiten” sind schlecht und ich will sie auch nicht schlecht reden. Man will ja schließlich auch noch leben… und nicht nur überleben. Aber Einiges hätte man sich auch komplett sparen können, weil es völlig unnötig war.
Ich habe ein schönes Beispiel dafür, das ich wohl nie vergessen werde: Couchkissen, die wir total überteuert im Japanurlaub beim Bummeln gekauft haben… wer kauft sich Couchkissen in Japan?!
Von der Problematik des Transports nach Deutschland möchte ich gar nicht anfangen. Ich habe leider kein Foto von den Couchkissen gefunden, sonst hätte ich es an dieser Stelle gerne eingebaut.

Ich denke wir sind nicht die Einzigen, die solche Dinge tun. Gut ist, dass wir es irgendwann bemerkt haben und nun länger über bestimmte Ausgaben nachdenken. Und so das hart verdiente Geld nicht mehr unnötig zum Fenster rauswerfen.
Das Leben hat sich weiter verbessert und Vieles wurde angenehmer. Etwas, das sich ebenfalls geändert hat ist, dass wir mehr von diesen Verbesserungen sinnvoll nutzen können und wollen.
Urlaube sind selbstverständlich immer noch drin, aber schöne Couchkissen kann man auch hier, zu normalen Preisen, kaufen. Und sie erreichen ohne Überseecontainer die heimische Couch.

Ich will nicht altklug wirken, aber viele Menschen werden nie wirklich erwachsen und lernen den Umgang mit Geld wohl auch nie.
Dementsprechend geht es auch finanziell nicht weiter. Und so wird dann später gejammert, dass die Rente nicht reichen wird. Das ist jetzt schon klar, aber gemacht wird trotzdem nichts.

Egal welche Ziele man im Leben verfolgt. Wer spart, wenn es möglich ist und seine Finanzen unter Kontrolle bringt, wird es einfacher haben diese Ziele zu erreichen.
Ist es die (eigentlich selbstverständliche) Rente in Würde? Der Traum der finanziellen Freiheit mit einem Leben am Strand? Oder doch das kleine Einfamilienhaus mit weißem Zaun? Das erwünschte Ziel spielt keine Rolle.

Um auf die beispielhaften 150 Euro Gehaltserhöhung zurück zu kommen… Es hat mehrere Vorteile, wenn du dieses Geld direkt am Monatsanfang weg legst. Du spürst erstens nicht, dass es fehlt und zweitens baust du so in kurzer Zeit schon relativ große Summen auf. Das Ganze ohne dass sich dein Leben ändert. Du konntest dich quasi gar nicht erst an das Extrageld gewöhnen. Die 150 Euro hattest du ja vorher auch nicht.

Wenn sich das für dich gut anhört, gibt es noch mehr Möglichkeiten einen Schritt in die richtige Richtung zu machen.
Ich würde empfehlen mit dem Aufbau eines Notgroschen zu beginnen.
Einige Tipps hierfür habe ich bereits in meinem Artikel “Notgroschen und finanzielle Rücklagen” für dich gesammelt.

Bleibt am Monatsende nichts übrig, um es zu sparen und einen Notgroschen aufzubauen?
Ich habe 10 Spartipps für Anfänger zusammengetragen, bei denen du bestimmt den einen oder anderen Tipp für dich abgreifen kannst. Denn Sparpotenzial gibt es vermutlich auch in deinem Leben. So bleibt dann vielleicht auch etwas von der nächsten Gehaltserhöhung übrig.

Dein reisparer

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