Was ändert sich 2020 finanziell?

Was ändert sich 2020 finanziell?

Jedes Jahr gibt es zahlreiche Änderungen, die deine Finanzen betreffen, aber was ändert sich 2020 finanziell für dich? Was sich alles ändert und wie du profitieren kannst erfährst du in diesem Beitrag. Zunächst sei hier angemerkt, dass sich die Änderungen im Groben und Ganzen erstmal sehr positiv anhören. Mit Ausnahme der Transaktionssteuer können Privatpersonen in vielen Bereichen profitieren.

Die Änderungen, die die Nettolohnoptimierung betreffen, habe ich bereits in dem Beitrag Nettolohnoptimierung 2020 – Das ändert sich dieses Jahr veröffentlicht. Wenn dich interessiert, wie du und dein Arbeitgeber von der Nettolohnoptimierung profitieren könnt, kannst du dir ja Mal den Beitrag anschauen.

Was ändert sich 2020 finanziell für dich?

Minijob – keine Änderungen in Sicht

Es wäre schön und angebracht, wenn endlich die 450 Euro Verdienstgrenze für Minijobs angehoben werden würde. Die Grenze besteht nun schon seit 2013 und sollte meiner Meinung nach an die veränderten Lebensbedingungen (Inflation) und auch an den Mindestlohn angepasst werden. So war bereits in 2015 die Grenze bei 450 Euro, bei einem Mindestlohn von damals 8,50 Euro. Wenn man das Ganze hoch rechnet müsste also bei einem aktuellen Mindestlohn von 9,35 Euro die Minijob Grenze bei mindestens 495 Euro liegen. Trotz immer wieder steigendem Mindestlohn ist die Verdienstgrenze beim Minijob seit 2013 konstant bei 450 Euro. Das heißt, dass man durch den steigenden Mindestlohn ab 2020 nur noch höchstens 48 Stunden im Monat arbeiten darf. In 2019 waren es noch fast 49 Stunden monatlich. Ich hoffe und drücke die Daumen, dass bald auch die 450 Euro Grenze angehoben wird. Denn, was viele gar nicht wissen, der Minijob ist ein echter Sparboost. Eine Erhöhung in diesem Bereich würde sich wirklich sehr positiv für viele Auswirken.

Midijob und Übergangsbereich (ehemals Gleitzone)

Diese Änderung hat sich zwar schon in 2019 ergeben, aber da dies erst Mitte des Jahres geschehen ist, nehme ich das hier Mal mit auf.
Der Übergangsbereich, oder früher auch die Gleitzone, wurde bereits Mitte 2019 von 850,00 Euro auf 1300,00 Euro angehoben. Das bedeutet, dass bis zu diesem Betrag weniger Beiträge anfallen und dadurch mehr Netto aufs Konto wandert. Wer die finanzielle Freiheit langsam angeht und zunächst seine Arbeit reduziert, statt sie direkt ganz einzustellen, kann hier profitieren.

Kurzfristige Beschäftigung 2020

Kurzfristig Beschäftigte können ab 2020 mehr in ihrer kurzfristigen Beschäftigung verdienen. Durch die Anhebung des Mindestlohns hätte man die in 2019 geltende Verdienstgrenze von 72 Euro pro Arbeitstag bereits nach weniger als 8 Stunden erreicht. Aus diesem Grund wurde die Grenze auf 120 Euro pro Arbeitstag angehoben. Kurzfristig Beschäftigte sind Arbeitnehmer, die 1. nur gelegentlich beschäftigt sind, 2. nicht länger als 18 zusammenhängende Arbeitstage beschäftigt sind und 3. eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Wenn diese Kriterien erfüllt sind kann der Verdienst pauschal versteuert werden.

Mindestlohn erhöht

Der in 2015 mit 8,50 Euro eingeführte Mindestlohn wurde 2020 auf 9,35 Euro angehoben. In 2019 lag dieser noch bei 9,19 Euro. Wer also eine Vollzeitstelle mit 40 Stunden pro Woche hat, hatte in 2019 bei Mindestlohn ein Gehalt von 1592,93 Euro. In 2020 erhöht sich dieses um 27,74 Euro auf 1620,67 Euro.
Übrigens: Man rechnet bei den monatlichen Stunden nicht 40 Stunden (pro Woche) x 4 Wochen! Man rechnet 40 Stunden (pro Woche) x 13 Wochen (die ein Quartal, also 3 Monate, hat) / 3 (Monate). Nur so bekommt man aufs Jahr gesehen den richtigen Schnitt. Denn ein Jahr hat ja bekanntermaßen nicht 48 Wochen (12 Monate x 4 Wochen), sondern 52 Wochen (13 Wochen pro Quartal x 4 Quartale). Durch diese falsche Berechnung gehen sicherlich dem einen oder anderen Arbeitnehmer einige Euros durch die Lappen. Wenn man nur 4 Wochen zugrunde legen würde, läge man nur bei 1496 Euro, bei einer Vollzeitstelle zum Mindestlohn von 9,35 Euro. Das ist ein erheblicher Unterschied. Ein Blick auf die Gehaltsabrechnung kann sich lohnen.

Mindestlohn für Azubis 2020

Was ändert sich 2020 finanziell bei den Auszubildenden? Seit 2020 gibt es einen Mindestlohn für Auszubildende. Oder besser, eine Mindestausbildungsvergütung. Hierüber können sich besonders Auszubildende zum Friseur, Schneider und andere eher schlecht bezahlte Berufe freuen. Die neue Mindestausbildungsvergütung beträgt für alle Auszubildenden im 1. Lehrjahr 515,00 Euro. Die Auszubildenden im 2. Lehrjahr erhalten einer Erhöhung von 18%. Im 3. Lehrjahr gibt es schon eine Erhöhung von 35% auf das Gehalt vom 1. Lehrjahr. Einige Berufe haben sogar ein 4. Lehrjahr. Hier bekommt man 40% auf die Azubivergütung im 1. Lehrjahr. Es ist eine jährliche Steigerung vorgesehen. Im 1. Lehrjahr soll die Auszubildendenvergütung demnach in 2021 auf 550,00 Euro steigen und in 2022 auf 585,00 Euro.

Beiträge zur Sozialversicherung

Da die Höhe der Abgaben jeden betreffen, der arbeiten geht und sozialversicherungspflichtig ist, führe ich auch diese Änderungen mit auf.
Der Beitrag zur Pflegeversicherung bleibt in 2020, wie im Vorjahr, bei 3,05 %. Für Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr erhöht sich dieser Betrag um 0,25% auf 3,3 %.
Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung ist in 2020 von 2,5 % in 2019 auf 2,4 % gesunken.
Der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung ist in 2020 unverändert bei 14,6 %. Dieser wird zu 50 % vom Arbeitgeber und zu 50% vom Arbeitnehmer finanziert. Dazu kommt noch der von Krankenkasse zu Krankenkasse individuelle Zusatzbeitrag. Auch dieser wird seit Januar 2019 zur Hälfte vom Arbeitnehmer und zur anderen Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt.
Die Beiträge zur Rentenversicherung liegen seit 2018 unverändert bei 18,6 %. Die würde ich lieber selber anlegen, wenn ich dürfte, aber man kann ja nicht Alles haben.

Vorschau auf 2021

Abschaffung des Solidaritätszuschlags 2021

Leider noch nicht ab 2020, aber ab 2021 wird der Solidaritätszuschlag (kurz Soli) für zumindest ca. 90 % der Steuerzahler abgeschafft. Selbstständige und Gutverdiener werden wohl erstmal weiter belastet werden. Abgeschafft wird der Soli wohl nur bis zu einem bestimmten Bruttojahresverdienst. Die Sparer und Investoren, die eine bestimmte Summe an jährlichen Gewinnen auf verzinstes Sparguthaben einstreichen, werden weiter den Solidaritätszuschlag zahlen müssen. Die Definition ist hier noch etwas schwammig und ich kann leider nicht genau sagen, ob es sich nur um reine Sparzinsen handelt oder ob es alle Kapitalerträge betrifft.
Es bleibt spannend und ich hoffe bald eine eindeutige Fassung zu lesen. Es würde mich nicht wundern, wenn es noch einige Änderungen gibt, bis es wirklich soweit ist.

Alles zur Soliabschaffung findest du hier, auf der Webseite der Bundesregierung:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/solidaritaetszuschlag-1662388
Weitere interessante Infos gibt es auch auf der Webseite der Tagesschau:
https://www.tagesschau.de/inland/soli-abschaffung-107.html

Dein reisparer

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